helennicolai-2015-09-07-orig-048Nach der Promotion wusste ich: ‚Das ist jetzt genug für mich mit der aktiven Wissenschaft und Forschung.‘ Und was nun?

Die Antwort erschloss sich mir im Ausschlussverfahren und hieß Forschungsmanagement. Wissen wie Forschung geht und funktioniert und organisieren, dass es geht. So begann meine berufliche Tätigkeit im Ministerium für Gesundheitswesen, in der Abteilung Forschung. Kaum hatte ich dort angefangen sorgte die Wende dafür, dass ich mich neu orientieren durfte.

Ich ging nach München und arbeitete in einem Projektträger. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter eines Projektträgers des Bundesministeriums für Forschung und Technologie bereiten Forschungsprogramme vor, schreiben diese aus, organisieren deren Bewertung durch Gutachter und begleiten ein Forschungsvorhaben inhaltlich von der Antragstellung bis zum Nachweis der richtigen Verwendung des Geldes.
Gelernt habe ich hier, dass ich mich schnell in fremde/ neue Themengebiete einzuarbeiten und den gegenseitig respektvollen Umgang mit Titelträgern. Es ist eine sehr schöne Tätigkeit, ich habe viele neue Forschungsfelder kennen gelernt, war in vielen verschiedenen Hochschulen und Universitäten.

Nach drei Jahren München erhielt ich ein Angebot, nach Berlin zu gehen. Es fühlt sich toll an, wenn einem gesagt wird: „Wir wollen Sie.“
Unser Büro lag am schönsten Platz Berlins, dem Gendarmenmarkt und ich arbeitete in einem Projekt, das innovativen technologieorientierten Ausgründungen den Start erleichtern sollte. Was für spannende Technologien und deren Anwendungen und deren Macher waren da kennen zu lernen. Und einige dieser Unternehmen sind heute in ihrer Nische Weltmarktführer. Mit der Beratung und Förderung ein bisschen an diesem Erfolg beteiligt zu sein, ist ein gutes Gefühl.

Dann wurde ich selbst Projektleiterin, mit einem Team, einer schier unlösbaren Aufgabe, viel Arbeit, dann auch viel Spaß und am Ende Erfolg. Da habe ich gelernt, welch eine kraftvolle Denkmethode hinter dem Wort Projekt steht. Und nach 5 Jahren dieser Arbeit mit wundervollen Kolleginnen und Kollegen, einem Chef, der Vertrauen in mich setzte und Kunden, die am gleichen Strang zogen, war es Zeit für den nächsten Entwicklungsschritt: und der hieß Selbständigkeit.

Und das ist ein großer Schritt.
Plötzlich ist nichts mehr da, hinter dem man sich verstecken kann. Man steht für sein Produkt, seine Leistung. Nach dem Konzept und ersten erfolgreichen Aufträgen fängt es an, Spaß zu machen. Besonders das Weitergeben von Wissen in Form von Training, Beratung und Coaching.